Ätna (3250m)

Zum Schluss unserer Reise wollten wir als Höhepunkt noch den Ätna besteigen. Natürlich ist das immer eine unsichere Geschichte, das Wetter muss mitspielen und besonders aktiv sollte er gerade auch nicht sein. Unsere Wetteraussichten waren nicht gerade die besten. Am Vortag sind abends Wolken aufgezogen und am Morgen unserer geplanten Tour hingen immer noch die Wolken und es regnete. Doch wir hatten wieder Glück und der Berg war trotzdem frei und pünktlich zum Start an der Refugio Sapienza (Talstation) auf 1900m klarte es auf und die Sonne schien.

An der Talstation trafen wir unseren Bergführer Marco, der uns mit Pickel ausgerüstet an dem heutigen Tag begleiten sollte. Der Aufstieg war ab der Bergführerhütte (Torre del Filosofo) auf 2900m geplant, bergab sollte es bis auf 1900m zurück gehen. Das macht man in der Regel so, weil das Wetter morgens besser ist und nachmittag schon Wolken aufziehen. Bis 2900m darf man ohne Bergführer gehen, ab diesem Punkt nur noch mit (offziell, viele hielten sich aber auch nicht daran). Die Bergführer funktionieren wie in den Alpen – falls die Tour nicht stattfinden kann, wird eine Alternativroute gemacht (ohne Gipfelglück). Der Bergführer kostet 350 Euro für diese Tour. Wir schwangen uns um 9 Uhr in die Kabine der Seilbahn, die uns bis auf 2500m brachte, von dort bis zum Torre del Filosofo (2900m) brachte uns ein LKW-Bus. Hier startete unser Abenteuer. Wir liefen nordwestlicher Richtung im Bogen Richtung Zentralkrater. Um uns herum eine komplette Mondlandschaft, zwischendurch komisch anmutende Schnee- und Eisfelder, die wir teilweise queren mussten. Die erstarrte Lava ist teilweise recht scharf und erfordert ein wenig Aufmerksamkeit beim Laufen. Insgesamt waren die 350m Aufstieg nicht schwer zu begehen und der Bergführer schlug ein der Höhe entsprechendes Tempo an. Am Zentralkrater (3250m) angelangt sahen wir die qualmende Bocca Nueva vor uns, ein riesiger Kessel voller Qualm. Hier empfiehlt sich, neben der dicken Jacke auch einen Atemschutz anzulegen. Wir sahen hier auch Leute, die in Ruhe ihr Picknick zu sich nahmen (nicht sehr empfehlenswert, diese Gruppe war mit Sicherheit ohne Bergführer unterwegs). Unser Bergführer wollte mit uns eine komplette Kraterumrandung machen, aber nach 5 Minuten hatten einige von uns ganz schön mit den giftigen Gasen und Dämpfen zu kämpfen und wir drehten wieder um und liefen auf demselben Weg zurück. Es wurde recht windig als wir zurück am Torre del Filosofo angelangt waren. Von dort ging es weiter über weichen schwarzen Lavasand zu einem Aussichtspunkt, wo wir einen guten Blick zur Valle de Bove hatten, einem riesigen Lava-Gebiet. Ich lief dann weiter zur Bergstation, da es mir zu stiebig im Sand gewesen ist und fuhr zurück zum Ausgangspunkt, die anderen liefen die restlichen 600m noch mehr oder weniger rutschend ab.

Das war ein kröhnender Abschluss unserer Italienreise!




Ätna / Ätna vom Ausgangspunkt aus / Am Kraterrand der Nueva Bocca
Am Krater / Am Krater / Schnee und Lavagestein
Überall kleinere Krater / Hier stand mal das alte Bergführerbüro / Ätna nochmal, rechts unten ist am Tag zuvor eine Eruption hochgegangen

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