Häntzschelstiege – mein erster Mini-Klettersteig

Papa schlug schon vor unserer Ankunft einen Klettersteig vor, also hiess es, die Kletterausrüstung mitzunehmen. Der geplante Klettersteig hatte zwar noch geschlossen, aber wir fuhren kurzerhand in das Elbsandsteingebirge, wo es auch sog. „Stiegen“ gibt – einige von ihnen können durchaus als Klettersteig eingestuft werden, auch wenn sie wirklich nicht gross sind. So auch unser Tagesziel: Die Häntzschelstiege.

Unsere Familie fuhr mit dem Auto bis nach Bad Schandau, wo wir wenig später unser Auto an die Strasse stellen. Dort trennten wir uns von den „Softies“, die einen gemütlichen Rundweg bevorzugten. Papa und ich schwangen uns zunächst einen noch guten Wanderweg zu den Felsen empor, um dann schon bald über einige Treppen den Einstieg zur Häntzschelstieg zu erreichen. Hier hiess es, das Klettersteigset anzulegen und die ersten 2 Meter ungesichert bis zur ersten Stahlkette zu bewältigen. Dieser Bereich ist extra so gestaltet, um Leute abzuschrecken, die sich wahrscheinlich im weiteren Verlauf nicht wohl fühlen würden. Dann ging es immer senkrecht über Eisenstufen den Felsen entlang, hat man dies geschafft, wartet eine kleine ausgesetzte Passage. Das nächste Stück verläuft querend an der rechten Felswand entlang. Dann wird es luftig,wenn man vom rechten Fels zum linken Fels wechseln muss. Dann hat man schon fast den ersten Teil geschafft und darf erst einmal das tolle Panorama geniessen. Weiter geht es durch einen schmalen Kamin über Eisenstufen und eine Leiter. Rucksack müsste man ggf. hier absetzen. Dann gelangt man bald zum Felsplateau, über das man dann teilweise gesichert über Stahlseile, teilweise ungesichert den Wanderweg erreicht. Man benötigt ca. 30 Minuten für den Mini-Steig (ca. 100 Höhenmeter). Wir sahen ausser mir nur ein Mädchen, das gesichert war, alle anderen sind diesen Weg ohne Seil und Klettergurt gelaufen – warum auch immer… Ich würde die Ausrüstung dennoch empfehlen, stellenweise ist es recht ausgesetzt, tief und gefährlich.

Vom Klettersteig geht es dann immer weiter auf „normalen“ Wanderwegen. Wir liefen entlang der Affensteine, der Idagrotte, Kuhstall und dem Lichtenhainer Wasserfall wieder zurück zum Ausgangspunkt. Bei der Idagrotte war der Weg teilweise auch ein wenig ausgesetzt, aber mit Haltegriffen gesichert. Am Ausgangspunkt trafen wir genau zur richtigen Zeit auf die anderen der Familie und fuhren wieder zurück.

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