Schnee(schuh)wochenende auf der Albert-Heim-Hütte

Schon zum 2. Mal war das Chli Bielenhorn (2940m) auf Schneeschuhen geplant. Bereits im letzten Jahr war Petrus schlecht gelaunt und wir mussten kurzfristig zu einer Tagestour auf den Tanzboden umdisponieren. Dieses Jahr sah es zunächst nicht schlecht aus – zumindest sollte die Tour stattfinden, wenn auch die Wetterverhältnisse nicht die allerbesten seien sollten.

Wir fuhren zunächst über Göschenen und Andermatt bis zur Realp (1538m). Hier zeigten sich noch vermehrt blaue Lücken am Himmel, nur an einigen Bergen hangen die Wolken. Wir liefen zunächst die winterliche, jedoch präparierte Furkapassstrasse entlang, bis wir beim ersten möglich Stück bergauf liefen. Die Passstrasse überquerten wir unregelmässig bis wir das (geschlossene) Hotel Galenstock erreichten. Nach einer kurzen Pause ging es zick-zack weiter – teilweise traversierend. Oberhalb des Hotels Tiefenbachs konnten wir blaue Stöcke wahrnehmen, die den Weg (inoffiziell) zur Albert-Heim-Hütte (2541m) wiessen. Mittlerweile ist es richtig neblig geworden und die ersten Schneeflocken fielen – kein gutes Zeichen. Wir suchten ein wenig nach der Hütte, die wir dann aber mit Hilfe der Spuren im Schnee erreichten.
Auf der Hütte assen und tranken wir und warfen ab und zu einen schüchternen Blick aus dem Fenster: Immer noch Schnee und Nebel… Am nächsten Morgen nach der Tagwache um 6h30 wieder kurz Fenster auf und die Gesichter wurden länger: Immer noch Schnee und Nebel – Leider hat Petrus kein Wunder über Nacht verbracht (trotz eines sonnigen „Berg“traumes meinerseits), was Alternativprogramm oder Abbruch bedeutete. Beim Frühstück erklärte uns der Tourenleiter, dass wir absteigen würden – noch längere Gesichter…
Für den Abstieg wählten wir die Variante über das Hotel Tiefenbach. Immer wieder mussten wir uns neu orientieren und aufpassen, dass wir uns nicht im Grau verlieren. Vor dem Hotel Tiefenbach sahen wir eine (alte) Lawine. Nach dem Hotel Tiefenbach auf der Passstrasse gibt es auch einige Stellen, wo man bei Nassschneeverhältnissen besondere Vorsicht walten sollte. Teilweise verliessen wir die Furkapassstrasse und sanken dabei mehrfach knie- bis hüfttief im nassen Schnee ein – die Schneeverhältnisse waren nicht mehr die Besten. Bei Regen kamen wir schliesslich in Realp an, wo wir punktgenau den Zug nach Göschenen schafften.

Die Tour verlief mehrheitlich auf dem WT2-Niveau, teilweise gab es einige leicht abschüssige bzw. steile Stellen (WT2/WT3). Der Winterweg zur Albert-Heim-Hütte ist kein offizieller Schneeschuhtrail.


Auch wenn es erneut nicht zum Gipfel gereicht hat konnte ich auch etwas anderes von der Tour mitnehmen: Einmal die Erfahrung machen, bei nicht allzu guten Bedingungen eine Tour zu starten, sich bei Schnee und Nebel zu orientieren und auch einmal auf einen Gipfel zu verzichten. Somit war es trotz allem eine schöne Tour mit netten Leuten auf einer schönen traditionellen Hütte. Sofern unser SAC-Tourenleiter noch einmal die Geduld aufbringen sollte, die Tour im nächsten Jahr nochmal anzubieten, bin ich wieder dabei.

Noch bei guter Wetter- und Gemütslage – Furkapass und umliegende Berge
Beim Hotel Galenstock / Hinweis auf der Albert-Heim-Hütte für die männlichen Tüüreler
Lustiger Spruch in der Albert-Heim-Hütte (hat leider nicht geholfen) / Hüttenhund Nora
Balkon ohne Aussicht – Blick von der AHH / White-Out unterhalb der AHH im Abstieg

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