Costa Rica – El Arenal

Der zweite Teil unserer Rundreise führte uns von der Karibikküste in das touristischere Fortuna, einem Dorf am Rande des Vulkans El Arenal (1633m). Der Arenal gehört mit zu den aktivsten Vulkan der Erde und ich freute mich sehr darauf. Es kommt nicht so oft vor, dass man ihn überhaupt vollständig sieht, des öfteren trägt er einen Hut oder ist total in Wolken eingehüllt. Wir hatten Glück, am Anreisetag konnten wir ihn schon fast vollständig sehen und am nächsten Tag war die Sicht frei auf den Krater. Nur am letzten Tag hingen leider Wolken am Vulkan.

Neben dem El Arenal befindet sich ein kleinerer Berg, der Cerro Chato (1140m), ein erloschener Vulkan mit Kratersee. Mit einem Führer begaben wir uns auf den Gipfel. Die Tour nannte sich beim Anbieter „Extreme Hike“ und ich war gespannt, was mich erwartete 😉 . Der Aufstieg startete an der Arenal Observatory Lodge und verlief durch einen nahezu europäisch anmutenden Wald. Der Führer erklärte uns, dass der Eigentümer Nadelbäume, die nicht allzu heimisch in Costa Rica sind, dort gepflanzt hatte. Weiter ging es im Nationalpark anfangs weniger steil, dann jedoch zunehmend steiler aufwärts. Der Weg war glücklicherweise nicht sehr matschig, so dass die Wege recht gut begehbar waren. Bei Regenwetter stelle ich mir die Wanderung schwieriger vor. Es ging viele Baumwurzel-Stufen hinauf – was etwas anders ist als in hiesigen Gefilden. Leider sahen wir auf diesem Weg nicht so viele Tiere, nur Blattschneiderameisen (auch eindrücklich was sie wegtragen). Nach ca. 2h waren wir auf dem Gipfel – alles in allem war der Aufstieg nicht schwer. Auf dem Gipfel genossen wir den Blick zum Kratersee – in die anderen Richtungen konnte man leider kaum schauen, da sie durch Wald verdeckt waren.

Abwärts könnte man den gleichen Weg zurück gehen – unser Guide versprach uns jedoch einen anderen spannenderen Weg. Hierfür mussten wir hinab zum Kratersee, diesen entlang und auf der anderen Seite wieder hinauf. Dieser Weg ist nur geeignet, wenn es trocken ist! Es geht recht steil hinab – das war also der extremere Part. Zum Teil hat der Führer ein Seil verwendet, um uns etwas zum Festhalten zu geben wenn nur wenige Bäume oder Wurzeln zum Festhalten da waren (auch beim Festhalten an Bäumen vorsichtig sein: einige Bäume haben Dornen oder es können sich auch Schlangen daran befinden). Am Kratersee gönnten wir uns eine Rast und dann gingen wir fast weglos entlang des Ufers. Hier Acht geben wegen Schlangen – sie mögen solche weglosen Gebiete. Ich habe jedoch keine gesehen. Am Ende des „Weges“ ging es wieder hinauf auf den Gebirgskamm. Dieser Weg ist wieder breiter und ist nicht so anspruchsvoll wie der Weg hinunter. Aber auch hier musste man ein wenig über Wurzeln klettern. Oben befindet sich ein View Point, wo man direkt zum El Arenal schauen kann. Man sieht den aktiven Krater, aus dem Felsbrocken gerollt sind (abends sieht man diese Felsbrocken als glühende Steine/Lava) und Rauch aus dem Vulkan. Sehr imposant war auch ein Donner, der direkt aus dem Vulkan kam. Vom View Point aus gelangt man über den sog. Frog-Trail (man hüpft hier von Wurzelstufe zu Wurzelstufe) nach ca. 2h an ein Privatgrundstück (Kosten: 10$ für Passierung). Hier hat man einen phänomenalen Blick auf den Vulkan und auf die Gegend um La Fortuna. Am Ende des Grundstücks hat uns ein Auto abgeholt und wir sind noch zu einem Wasserfall gefahren (wer Lust hat, läuft für ein Bad im Wasserfall noch einmal 600 Stufen hinab und dann wieder hinauf). Von dort aus kann man übrigens auch auf den Cerro Chato los laufen – dieser Weg ist wohl anstrengender als den, den wir gewählt haben.

Es war eine sehr lustige Wanderung und ganz anders als in der Schweiz. Spannend ist es für mich immer, die Augen nach Tieren aufzuhalten. Leider sahen wir auf dieser Tour nicht so viele. Die Aktivität des Vulkans war aber auch sehr spannend und imposant.

Am nächsten Nachmittag starteten wir zu einer kleinen Wanderung am Fusse des Vulkans El Arenal. Diese Tour wird von fast jedem Tourenanbieter angeboten und bietet die Gelegenheit, die Lava aus dem Arenal bei Dunkelheit zu sehen. Die Wanderung ist sehr kurz und der Weg ist sehr gut angelegt. Man läuft ca. 30min durch den Regenwald. Wir hatten hier Glück, eine Giftschlange zu sehen, die sich an dieser Stelle wohl schon ein paar Tage befindet. Des Weiteren sahen wir noch viele Vögel. Am Ende der Wanderung fährt man mit dem Bus zu einer Aussichtsplattform um die Lava des Arenal sehen zu können. Leider konnten wir die Lava nicht sehen – nicht einmal mit Unterstützung eines Rum-Punches – , da der Arenal schon den ganzen Tag seinen Hut auf hatte. Es war zwar schade, aber die Nasenbären auf der Fahrt zum Startpunkt hatten mich schon entschädigt. Bitte an alle Touristen: die Nasenbären bitte nicht füttern! Nach der Wanderung gingen wir noch in die Terme Baldi Termae Hot Springs, einem grossen Areal an Hot Springs. Leider ist die Musik etwas laut – ich würde beim nächsten mal eine andere Therme wählen – es gibt einige in der Umgebung. Tipp: einen einheimischen Führer wählen, der sich in Flora und Fauna auskennt. Die Führer wissen einfach, wo sich welches Tier befindet und können gezielt danach suchen.




Kratersee am Cerro Chato / Giftschlange
Wasserfall beim Cerro Chato / Vulkan El Arenal
Vulkan El Arenal
Vulkan El Arenal / Vulkane Cerro Chato (links) und El Arenal (rechts)
Pferde vor dem El Arenal / Leguan
die Nasenbärenbande
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