Rigi-Marsch

Das war und wird sicher meine härteste Wanderung sein, die ich je gemacht habe. Anfangs war mir der Rigimarsch, einer organisierten Veranstaltung, bei der es nachts 50km und 1550m bergauf auf die Rigi geht, ein wenig zu heftig. Irgendwie hatte ich dann die Wochen davor gut und ausdauernd trainiert, so dass ich doch ein paar Kollegen fragte, ob sie mitkommen wollten. Wir warteten noch den Tag bezüglich unserer Verfassung und Wetterlage ab und fuhren schliesslich zum Ausgangspunkt Bremgarten (Aargau). Um 19h30 öffnete der Anmeldungsposten am Einkaufszentrum „Sunne-Märt“ (386m) – wegen des Andrangs konnten wir jedoch erst um 20h losmarschieren. Es ging zunächst bei schönsten Wetter über einfache Uferwege 16.5km entlang der Reuss bis zum ersten Verpflegungsposten in Schoren. Obwohl wir unserer Meinung nach nicht super langsam unterwegs waren, waren wir wohl ziemlich am hinteren Ende des Trupps, so dass wir nur knapp innerhalb der Öffnungszeiten den ersten Verpflegungsposten erreichten. Nach einer kurzen Pause liefen wir weiter und erreichten diesmal nach einer kürzeren Strecke den 2. Verpflegungsposten (Zollhaus), wo leider schon die Lebensmittel ausgegangen sind. Weiter verlief der nun enger werdende Weg weiter entlang der Reuss. Wir „torkelten“ ein wenig und mussten ein wenig mehr aufpassen, dass wir nicht rechts ins Wasser fielen. Der nächste Stopp kam recht überraschend in Rotkreuz am Bahnhof, wo wir erst einmal einige Blasen an den Füssen bearbeiten mussten. Die Organisation der Verpflegung lief super, es wurden noch extra zusätzlich Brot, Äpfel und Schokolade herangefahren. Die folgenden knapp 10km verliefen dann grössten Teils entlang des Zuger Sees und des schönen Uferwegs. Hier gab es die ersten 200 Höhenmeter zu bewältigen und mittlerweile konnten wir auch zum Haupfeld aufschliessen. Vor uns leuchtete der Turm der Rigi – leider immer noch in weiter Entfernung… Bei dem vorletzten Verpflegungsposten in Immensee (4h30) erahnten wir schon die Morgendämmerung und rüsteten uns für die schwierigste Strecke auf die Rigi. Viel trinken und auch etwas kleines zu essen, obwohl ich keinen Appetit mehr hatte. Anfangs noch mit Stirnlampenlicht, später dann im Tageslicht (es zogen mittlerweile Wolken auf) marschierten wir 560 Höhenmeter auf der Teerstrasse, die sich nicht endenwollend bis zur Seebodenalp emporschraubte. Das war eindeutig die härteste Etappe: Rigi-Kulm war immer noch viel zu weit weg, der Weg schrecklich und die Motivation im Keller. An der Seebodenalp gab es noch einmal Kaffee und ein Stück Brot, danach die Schlussetappe mit 760hm auf dem Bergweg zum Rigi-Kulm. Die Füsse und Beine schmerzten schon heftig, aber irgendwie habe ich an das Ziel gedacht und bin ganz mechanisch und im konstanten Tempo hochgelaufen. Zwischendurch kamen uns schon wieder Leute entgegen, die wieder auf dem Abstieg waren (wie macht man das?). Bei Rigi-Staffel hiess es noch einmal Zähne zusammenbeissen, um die letzten Minuten und Höhenmeter zu bewältigen. Um 8h30 nachdem wir 12h30 unterwegs waren, von denen 10h45 am Wandern, standen wir dann beim Restaurant der Rigi. Ich verzichtete auf den kurzen Aufstieg zum Fernmeldeturm und das Frühstück, so dass es um um 9h mit der Bahn nach Arth-Goldau ging – von dort zurück nach Zürich.Insgesamt haben mehr als 1000 Leute an dem Marsch teilgenommen, 80% haben es auf den Gipfel geschafft. Alles in allem war es für mich eine tolle Erfahrung. Ich bin ganz schön an meine Grenzen gekommen. Man läuft nach einem anstrengendem Tag im Büro noch 50km und 1550 Höhenmeter ohne Schlaf. Natürlich läuft nicht alles glatt bei so einem Marsch. Ich hatte hier das erste Mal bei meinen Touren Rückenschmerzen vom Rucksack, grössere Fussblasen und richtig schwere Beine, die noch am Folgetag schmerzten. Froh war ich, dass ich Unterstützung und Motivation durch meine beiden Begleiter hatte. Vielen Dank euch beiden! Super, dass ihr dabei wart! Es war echt toll!Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es hier: www.rigimarsch.ch

Zuger See / Rigi – noch immer weit weg
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