Aletschgletscher

Diesmal ging es auf eine 2-tägige Tour 12km entlang des Aletschgletschers. Da wir noch nicht so bergerprobt sind, haben wir uns an einen vertrauensvollen Bergführer gewandt, mit dem 30 andere Leute und wir gemeinsam den Gletscher entlang gewandert sind. Am Samstag ging es morgens mit der Bahn auf das Jungfraujoch. Aus dem Eiger-Fenster konnten wir sogar ein paar Bergsteiger sehen, die auf dem Weg zum Eiger waren. Dann ging es bei strahlendem Sonnenschein vom Jungfraujoch aus in einer 11er-Seilschaft angegurtet auf den Gletscher. Anfangs hatten wir sehr gute Sicht auf die Jungfrau (mit dem Normalweg auf den Gipfel) und auf den Mönch (stecknadelgross konnten wir zwei Bergsteiger auf dem Grat entdecken). Der Weg führte uns durch viel Schnee entlang von kleineren und grösseren Gletscherspalten. Nach ca. 4 Stunden kamen wir an den Konkordia-Platz an, wo vier Gletscher ineinander laufen (Jungfraufirn, Ewigschneefeld, Aletschfirn und Aletschgletscher). Dieser Platz ist einmalig und man wird sich bewusst, dass man in einem Unesco-Weltnaturerbe ist. 120m oberhalb befindet sich die Konkordia-Hütte, die man über eine Treppe erreicht. Von dort aus hatte man einen grandiosen Blick auf den Konkordia-Platz, auf das Eggishorn im Wallis, auf die Lötschenlücke und auf die Jungfrau mit dem ganz kleinen Jungfraujoch. Die Hütte ist den Umständen entsprechend recht modern ausgestattet, leider steht momentan nur ein Plumpsklo zur Verfügung (nicht zum ersten mal wird frau hier kläglich bewusst, welche Nachteile es hat, als Frau auf einer Gletschertour zu sein😉 ). Wir haben die Abenddämmerung und den Hüttenschmaus genossen, bis es zeitig in die Heia ging. Am nächsten Morgen ging es noch bei Dunkelheit aus den Federn auf den über 800 Meter dicken Gletscher. Nach einem etwas steileren Abstieg von der Hütte haben wir am Gletscher die Steigeisen angezogen, denn ab jetzt zeigte sich der Gletscher von der eisigeren Seite. Man konnte manchmal denken, dass man einen grossen Tiefkühlschrank vor sich hatte, so viele Eisblöcke hat man gesehen. Entsprechend waren dann auch die Temperaturen. Stromabwärts ging es dann an vielen Spalten vorbei in Zick-Zack an den Rand der beiden Mittelmoränen und dann bis in Richtung Eggishorn im Wallis. Am Ende gab es noch sehr viele Spalten und auch dort zeigte sich der Gletscher noch von einer ganz anderen Seite. Diese Seite war sehr faszinierend, da dort sehr viele grosse und tiefe Spalten waren, das Eis grau, über weiss bis türkis leuchtete, sich Gletscherbäche den Weg in den Süden bahnten und sich in eine Gletschermühle 80m in die Tiefe ergossen. Am Fusse des Eggishorns verliessen wir den Gletscher und es ging dann vom Märjelen-See durch einen Tunnel nach Fiescheralp. Von dort aus brachte uns die Bahn wieder schnell zum Endpunkt der Tour. Die Tour war sehr eindrücklich und zeigte uns Seiten, die man sonst nur auf Fotos sehen kann. Empfehlenswert ist die Tour mit einem Bergführer – die Spalten konnte man zwar diesmal gut sehen (das muss nicht immer so sein), aber die Orientierung könnte im letzten Teil des Gletschers durch die grossen Spalten etwas schwierig werden. Die Tour auf dem Gletscher war nicht anstrengend – lediglich ein paar Stellen erforderten etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.


Blick von der Kleinen Scheidegg: Jungfraujoch, Jungfrau, Silberhorn / Eigereismeer bei der Fahrt zum Jungfraujoch
Jungfraujoch vom Aletschgletscher / Jungfrau vom Aletschgletscher aus
Gletscherbach / Ewigschneefeld mit Gletschertisch am Konkordiaplatz
Gletscherspalte / Konkordiaplatz: Lötschenlücke
Konkordiaplatz: Blick Richtung Wallis, Eggishorn / Konkordiaplatz in Abendstimmung: Blick Richtung Jungfraujoch
Gletscherimpressionen
Unterirdischer Gletscherwasserfall / Blick Richtung Eggishorn
Kühlschrank-Impressionen
Ausstieg vom Gletscher

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